Don’t Feed the Trolls: Tradition und Authentizität in den Kampfkünsten

Tradition und Authentizität sind natürlich große Themen im Kampfsport. Je näher eine Schule nachweislich an den “authentischen Ursprüngen” ihrer Kampfkunst ist, desto legitimer und anerkannter ist sie in der Regel in jeder Kampfkunst-Community. Wenn z.B. die Lehrerin X einer bestimmten Schule einige Jahre in Asien verbracht und dort von bedeutenden Meistern gelernt hat, wird dies die Anerkennung für ihre Schule enorm erhöhen und delegitimierenden Angriffe von Gegnern oder Konkurrenten fernhalten.

Warum Jutaijutsu? Ist das das gleiche wie Jujutsu?

Jujutsu, von dem Ihr vielleicht schon gehört habt, heißt übersetzt “die sanfte Kunst”. Tai ist japanisch für Körper, also ist Jutaijutsu die “sanfte Kunst, den Körper zu bewegen”. Dabei geht es um die Idee, die Energie des Gegners zum eigenen Vorteil zu nutzen, mit dem Fluss der Dinge zu gehen, statt Widerstand zu leisten, flexibel zu bleiben und mit neuen Situationen umzugehen – sowohl geistig als auch körperlich. Für einen Beobachter mag Jutaijutsu nicht immer besonders “sanft” aussehen, da wir auch Sparring machen und einige unserer Techniken mit Wumms daherkommen. Beim Begriff “sanft” geht es eher um Vielseitigkeit, um das Verstehen von Situationen und darum, in der Reaktion flexibel zu bleiben.